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Punktetest

Passt ein E-Auto zu mir? Der 18-Fragen-Test

Über E-Autos wird immer über die Reichweite gestritten, dabei entscheidet über die Zufriedenheit etwas anderes: der Zugang zum Laden. Dieser Test misst deine Situation in 18 Fragen über sechs Bereiche — Laden zu Hause, deine Strecken, Klima und Topografie, Budget, deine Art der Nutzung und das Ladenetz um dich herum — und gibt dir dann einen Eignungswert von 100 sowie den eigentlichen Bremsklotz samt Lösung.

18 Fragen · Wissenschaft

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Fragenübersicht

  1. Wo steht dein Auto nachts? In meiner eigenen Garage oder auf meinem Stellplatz, mit Strom · Eigener Stellplatz, aber dorthin kommt noch kein Strom · Auf einem gemeinschaftlichen Parkplatz — ich bräuchte eine Genehmigung · Auf der Straße; der Platz wechselt täglich
  2. Könntest du zu Hause eine Lademöglichkeit installieren lassen? Die Wohnung gehört mir, ich kann jederzeit installieren · Ich miete, aber der Vermieter ist offen dafür · Es hängt an der Eigentümergemeinschaft oder der Verwaltung · Unter diesen Umständen nicht möglich
  3. Gibt es beim Arbeitgeber eine Lademöglichkeit? Ja, kostenlos oder günstig · Ja, aber begrenzt — man muss manchmal warten · Nein, aber in der Nähe gibt es öffentliche Ladepunkte · Nein, gar keine
  4. Wie viele Kilometer fährst du an einem durchschnittlichen Tag? Unter 40 km · Zwischen 40 und 80 km · Zwischen 80 und 150 km · Mehr als 150 km
  5. Wie oft im Jahr fährst du am Stück mehr als 300 km? Nie oder ein- bis zweimal im Jahr · Drei- bis sechsmal im Jahr · Etwa einmal im Monat · Fast jede Woche
  6. Wie findest du einen Ladestopp von 20 bis 30 Minuten auf der Langstrecke? Kein Problem, ich mache ohnehin Pause · Damit komme ich zurecht · Das ermüdet mich und zieht die Fahrt in die Länge · Auf keinen Fall, ich will durchfahren
  7. Wie kalt wird es bei dir in den kältesten Monaten im Schnitt? Über 5 °C, kaum Schnee · Zwischen 0 und 5 °C · Zwischen −5 und 0 °C · Unter −5 °C, richtig harte Winter
  8. Wo steht das Auto im Winter? In einer geschlossenen Garage · In einer Tiefgarage, aber unbeheizt · Draußen, aber halbwegs geschützt · Völlig im Freien, unter Schnee und Eis
  9. Wie ist die Topografie auf deiner täglichen Strecke? Flach · Leicht hügelig · Eine Stadt mit vielen Steigungen · Bergig, mit langen Anstiegen
  10. Wie sieht dein Budget im Vergleich zu einem gleichwertigen Verbrenner aus? Den Aufpreis kann ich direkt aufbringen · Mit Finanzierung oder Leasing bekomme ich das hin · Es reicht nur für ein gebrauchtes E-Auto · Dieser Aufpreis würde mich wirklich belasten
  11. Wie lange willst du das Auto behalten? Sieben Jahre und länger · Vier bis sechs Jahre · Zwei bis drei Jahre · Etwa ein Jahr — ich wechsle oft
  12. Wie ist dein Stromtarif zu Hause? Ich habe einen günstigeren Nachttarif · Ein normaler Einheitstarif · Strom ist bei mir teuer · Ich lade ohnehin nicht zu Hause, sondern nur öffentlich
  13. Wofür nutzt du das Auto hauptsächlich? Stadtverkehr: Arbeitsweg und Alltagswege · Gemischt, überwiegend Stadt · Überwiegend lange Autobahnfahrten · Ich transportiere regelmäßig schwere Lasten oder ziehe einen Anhänger
  14. Gibt es im Haushalt ein zweites Auto? Ja, für die Langstrecke nehme ich das andere · Ja, aber wir teilen es uns · Nein, es ist unser einziges Auto · Nein, und das Auto ist für meine Arbeit unverzichtbar
  15. Mit wie vielen Personen und wie viel Gepäck bist du üblicherweise unterwegs? Ein bis zwei Personen, wenig Gepäck · Drei bis vier Personen · Volle Familie und voller Kofferraum · Ständig schwere Ladung oder ein Wohnwagen
  16. Wie viele Schnelllader gibt es im Umkreis von 10 km um deine Wohnung? Viele, große Auswahl · Eine Handvoll · Einen oder zwei · Meines Wissens keinen
  17. Wie ist die Ladesituation auf deinen häufigsten Strecken? Entlang der Autobahn in regelmäßigen Abständen · Vorhanden, aber dünn — man muss planen · Nur in größeren Städten · Dort, wo ich hinfahre, praktisch nicht
  18. Fährt jemand in deinem Umfeld elektrisch? Ja, mehrere Leute und sie sind zufrieden · Ein oder zwei Leute · Niemand, den ich kenne, aber in der Stadt sehe ich viele · Ich sehe fast nie eines

Eine Frage entscheidet: Wo steht das Auto nachts?

Die Debatte über E-Autos dreht sich um Reichweite, dabei entscheidet über die Zufriedenheit der Zugang zum Laden. Wer eine Steckdose am Stellplatz hat, fährt ein Auto, das jeden Morgen voll startet und nie zur Tankstelle muss. Wer auf der Straße parkt, hat mit demselben Auto eine Aufgabe, die mehrmals pro Woche geplant werden will. Die Empfehlungen des US-Energieministeriums gehen in dieselbe Richtung: Die meisten laden nachts zu Hause, und für viele reicht dafür sogar die normale Steckdose.

Der erste Schritt bei "Soll ich ein E-Auto kaufen?" ist deshalb nicht die Modellwahl, sondern der Ort, an dem das Auto schläft. In Deutschland hilft dabei die Rechtslage: Mieter und Wohnungseigentümer haben einen Anspruch darauf, auf eigene Kosten eine Lademöglichkeit installieren zu lassen.

Die Wahrheit über Kälte: nicht die Kälte kostet, sondern das Heizen

Die Winterreichweite wird am stärksten übertrieben und am schlechtesten erklärt. Nach Messungen des US-Energieministeriums fällt die Reichweite bei etwa −7 °C mit laufender Innenraumheizung um rund 41 Prozent. Ohne Heizung liegt der Verlust bei derselben Temperatur nur bei etwa 12 Prozent. Die Rechnung geht also weniger an die Kälte als ans Heizen des Innenraums: Rund zwei Drittel der zusätzlichen Energie fließen dorthin.

Praktisch heißt das: Vorheizen, solange das Auto am Kabel hängt, holt die Wärme aus der Steckdose statt aus dem Akku und rettet den größten Teil der Winterreichweite. Unterwegs funktionieren Sitz- und Lenkradheizung nach derselben Logik. Wer im Kalten wohnt, sollte außerdem auf ein Ausstattungsdetail achten: die Wärmepumpe. Sie macht bei der Winterreichweite einen deutlichen Unterschied und ist nicht in jedem Modell serienmäßig.

Reichweite und Bedarf sind nicht dasselbe

Autos werden nach dem schlimmsten Tag ausgesucht: der einen Urlaubsfahrt über 600 Kilometer im Jahr. Dabei verbringt das Auto 360 Tage in der Stadt. Die richtige Frage lautet nicht "wie viele Kilometer Reichweite", sondern: Wie viele Kilometer fahre ich am Tag und wie oft fahre ich weit? Der Alltag ist fast immer mit Reserve gedeckt; entschieden wird über die Häufigkeit der Langstrecke.

Dazu ein technisches Detail für die Planung: Schnellladen ist schnell, bis der Akku etwa 80 Prozent voll ist, danach wird es deutlich langsamer. Auf der Autobahn kostet die Gewohnheit, ganz vollzumachen, deshalb Zeit; kurze, häufige Stopps bringen unterm Strich mehr.

Ladeleistungen: Was welche Steckdose liefert

  • Normale Haushaltssteckdose: rund 2 kW. Über Nacht kommt begrenzt Reichweite dazu, für geringe Tagesstrecken reicht das oft — und es kostet keine Installation.
  • Wallbox: typisch 7 bis 22 kW. Füllt das Auto über Nacht bequem und ist die richtige Antwort bei hohen Tagesstrecken und großen Akkus.
  • DC-Schnelllader: ab 50 kW, oft deutlich mehr. Für die Langstrecke gedacht, nicht für den Alltag.

Den Alltag an DC-Ladern zu laden ist teuer und für den Akku nicht ideal.

Akkulebensdauer: besser als ihr Ruf, aber mit Regeln

Eine Studie des US-Energieministeriums nennt für Antriebsakkus 12 bis 15 Jahre in gemäßigtem und 8 bis 12 Jahre in strengem Klima; die Hersteller geben auf den Akku eine eigene, lange Garantie. Die lebensverlängernden Gewohnheiten sind einfacher als gedacht: im Alltag nicht ständig auf 100 Prozent laden, das Auto nicht lange mit sehr niedrigem Ladestand stehen lassen und Schnellladen als Ausnahme statt als Regel behandeln.

Beim Gebrauchtkauf zählt nicht der Kilometerstand, sondern der Gesundheitszustand des Akkus. Danach zu fragen ist so normal wie ein Gebrauchtwagencheck beim Verbrenner.

Wann ein E-Auto nicht die richtige Antwort ist

Ehrlich gesagt tut sich ein E-Auto in diesem Bild schwer: Du parkst auf der Straße, hast weder zu Hause noch bei der Arbeit eine Lademöglichkeit, fährst häufig weit, die Winter sind hart, und im Haushalt gibt es nur ein Auto. Treffen drei davon zusammen, macht ein Plug-in-Hybrid deutlich weniger Ärger — Alltag elektrisch, Langstrecke ohne Plan. Das ist kein Rückschritt, sondern eine Entscheidung nach den Umständen; ändern die sich, ist der Wechsel zum reinen E-Auto ohnehin leicht.

Hinweis: Dieser Test ist eine allgemeine Eignungsprüfung. Förderungen, Steuern und Strompreise unterscheiden sich je nach Land und ändern sich über die Zeit; für die genaue Kostenrechnung gelten die aktuellen Tarife vor Ort und die Zahlen deines Händlers.

Quellen